1 .  Was ist FMS ?

Das Funkmeldesystem dient der Entlastung des Funkverkehrs in verkehrsreichen Funkkanälen durch Anwendung von Datenkurz- Telegrammen für Routinemeldungen.

Nach mehr als 20jährigem Betrieb hat sich das System im praktischen Einsatz in Deutschland hervorragend bewährt. Die BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in der Bundesrepublik Deutschland haben eine ”Technische Richtlinie” mit genauer Systembeschreibung und damit ein einheitliches Datenübertragungsverfahren entwickelt und zur Benutzung bei der Polizei, den Feuerwehren und seinen Hilfsdiensten als Signalisierungsform zwischen mobilen Funkteilnehmern und der ortsfesten Funkstelle eingeführt.

Das FMS ermöglicht eine erhebliche zeitliche Verkürzung des Nachrichtenaustausches in Sprechfunkverkehrskreisen zwischen beweglichen Einsatzkräften und der Einsatzleitstelle durch die Übertragung digitaler Kurztelegramme anstelle analoger Sprache für definierte taktische Meldungen und Anordnungen.

Das Funkmeldesystem eröffnet die Verwendung automatisierter rechnergesteuerter Einsatzleitsysteme, die eine schnelle Übersicht über die von der Funkeinsatzleitstelle gesteuerten beweglichen Einsatzkräfte und somit eine Steigerung der Effektivität erlauben.

Wegen der verkürzten Belegungsdauer des jeweiligen Sprechfunkkanals wird eine höhere Kanalnutzung für wichtige Einsatzgespräche erreicht. Im Rahmen der Systemkonzeption erfüllt das Funkmeldesystem folgende Forderungen:

2. Systemaufbau

Entsprechend den unterschiedlichen taktischen Anforderungen der BOS arbeitet das Funkmeldesystem mit Gerätezusätzen zu den Sprechfunkanlagen auf der ortsfesten und beweglichen Seite.

2.1 FMS-Leitstellengerät

Jedes FMS-Leitstellengerät muss mit FMS-Fahrzeuggeräten korrespondieren können.

In Abhängigkeit von dem Erfordernis werden eingehende Telegramme automatisch quittiert. Mit einem Geber werden selektiv adressierte Telegramme zur Übermittlung von Fernaufträgen (Anordnungen oder Fernwirkkriterien) abgesetzt. Die Unterscheidung kommender und gehender Telegramme wird durch eine Richtungskennung sichergestellt.

2.2 FMS-Fahrzeuggerät

Mit einem Status- und Kennungsgeber beim beweglichen Sprechfunkteilnehmer werden kodierte Meldungen zum Auswerter der Einsatzleitstelle übertragen, die nach Prüfung auf Fehlerfreiheit zur Weiterverarbeitung an einen Einsatzleitrechner weitergeleitet werden. Optische Anzeigen und akustische Signalisierung dienen der Erkennung eines fehlerfreien Meldeverkehrs.

3. Übertragungsformen

3.1 Statusmeldung

Mit Hilfe der Statusmeldetasten sendet das mobile FMS-Gerät Meldungen zur ortsfesten Funkstelle.

3.2 Empfang von Fernanweisungen (Baustufe II)

Zusätzlich besitzt das Fahrzeuggerät einen Auswerter für ankommende Telegramme. Richtig erkannte Telegramme werden in Abhängigkeit einer Quittungserfordernis automatisch bestätigt. Für abgehende Telegramme erwartet das mobile FMS-Gerät in der Regel ein Quittungstelegramm. Bleibt die Quittung von der ortsfesten Funkstelle aus, erfolgt automatisch eine Telegramm-Sendewiederholung.

3.3 Folgetelegrammübertragung

Für künftige Anwendungen sind die RADIODATA-FMS-Fahrzeuggeräte für die Übertragung von Folgetelegrammen nach BOS-Richtlinie geeignet. Hiermit können z. B. kodierte Ortsmeldungen durch die Fahrzeuganlage abgegeben werden oder durch die Leitstelle bei Bedarf abgefragt werden.

3.4 FMS-Kurztextübertragung

Im Textübertragungsmodus können in einer Kette von Folgetelegrammen max. 99 Zeichen von der stationären zur mobilen Seite übertragen.